Montag, Jänner 29, 2007

Das Rad

Wie ich schon mal bemerkte, ist es für mich unabdingbar, ein persönliches Muster zu haben, an dem entlang ich Träume deuten kann.
Was ist so ein Muster?

Für mich persönlich ist es Das Rad. Nicht das Fahrrad, sondern das Rad als eine ganzheitliche Beschreibung der Welt. Natürlich nur eine der möglichen Beschreibungen. Die Grundlage des Rades ist, ähnlich dem indianischen Schamanismus, die Raumrichtung.

Wenn sie sich das Rad einmal anschauen wollen, dann folgen sie dem Link zur Schule des Rades.

Sich orientieren heißt nichts anderes als sich nach dem Orient auszurichten, dh. nach Osten, Sonnenaufgang. Dort fängt alles an. In jedem Augenblick, also auch JETZT geht der Himmel im Osten auf. Dieser kosmische Hintergrund ist ständig Neu, wiederholt sich niemals, da dahinter die Unendlichkeit des Universums liegt.

Aus dieser einfachen physikalischen Tatsache begründet sich die Qualität der Richtung.
Osten: Erneuerung, Offenbarung, ständig neuer Anfang. Es gibt zu jeder Sekund, immer, die Möglichkeit neu anzufangen. Nichts, aber auch wirklich nichts kann diese Tatsache leugnen.

Zu diesen fast schon physikalischen Tatsachen gesellen sich dann natürlich menschliche Erfahrungswerte, mythische Symbole etc. Die je nach religiöser Ansicht ihre Ausprägung findet.

So ist in unserem Kulturraum der Osten mit dem Feuer verbunden, Prometheus oder indianisch Tattewarie, der Geist des Feuers.

So wird die Raumrichtung aus der etwas auf sie zukommt oder in die etwas verschwindet ein Teil der Deutung, wenn nicht gar ein sehr wesentlicher.
Die zugehörige Zahl ist klarerweise die 1. Am Anfang war das Feuer, der Urknall das explodieren ins Sein.

Für mich sind die Richtungen einfache Grundgesetze der Orientierung, die im lebendigen Alltag spürbar sind. Ich habe zu den Richtungen Gedichte geschrieben, einfach weil Gedichte die Emotionen besser transportieren können.

Osten

Ein Mädchen
im weißen Kleid
tanzt
auf einem Lavasee
lachend
jongliert sie drei goldene Kugeln
und ruft mir zu
komm
komm tanz mit mir
auf dem Feuer

Im Morgengrauen
legen wir den Teppich
aus glühenden Kohlen
ich gehe darüber
wie auf Moos
und lache ihr zu

Tattewarie und Prometheus
und die Schaar der alten Schmiede
stehen
und schlagen die Trommeln
Der erste Sonnenstrahl
wie ein Blitz
zeigt
den ewig neuen Anfang

Alles beginnt ständig neu
NIE
hat es je einen Augenblick gegeben
in dem nicht neuer Anfang war
und
mit erhobenen Armen
rufe ich der Erleuchtung zu
komm doch
wenn du mich haben willst.

Für jede der 8 Richtungen und 2x die Mitte gibt es solche Gedichte, die ich auf diesen Blog stellen werde, dazu die Erklärungen der Bedeutung.
Das ist der Einstieg in eine mögliche lebendige Traumdeutung.

Bis bald

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